Nach Hause im Nachtzug
Die Schweiz strahlt und duftet nach frischem Kaffee. Die junge Frau im Speisewagen hat gute Laune und macht ihren Job nicht ungern. Sie hat eine knapp sitzende Uniform an, ihr Haar ist sorgfältig frisiert, jedem Gast schenkt sie ein Lächeln zum Frühstück. An den blitzenden Armaturen macht sie sich mit Routine und einer gewissen Freude zu schaffen, entlockt der rauschenden und dampfenden Maschine immer neue Getränke, die sie mit Lebensmitteln zusammen auf grossem Tablett durchs schwankend schmale Cafe balanciert.
Zugegeben: nach der so gut wie schlaflosen Nacht im zugigen Waggon an der Tür, an der die Raucher stehen, braucht es nicht viel, um das Gefühl von Dankbarkeit in mir zu erzeugen. Aber es liegt auch an der Schweiz. Sie ist schön und riecht gut und ist aufgeräumt. Ausserdem ist die Schweiz ein Mädchen. (Ja. Welches Land ist sonst ein Mädchen?)
Ein frischgewaschenes, lächelndes Mädchen. Oder zumindest kommt sie mir Sonntagmorgen im Intercityrestaurant von Basel nach Bern so vor. Im ersten Stock, Blick rundum auf Grünund Berge. Gegenüber Helga aus Münster. Sie fährt für zwei Monate auf einen Biohof im Wallis, arbeiten für Kost und Logis. 19. Jahrhundert mit Festnetzanschluss. Am Nebentisch sitzen eine schicke Blonde mit knallrotem Lippenstift und eine Hängehaarige mit Schlabberkleidern und bedauern sich gegenseitig, dass die Bedienung immer noch nicht da war. (Lächeln kostet eben Zeit.)
Gestern hat die Schweiz im Fussball gewonnen. Die Schweiz ist glücklich. Ich lese in der Zeitung, dass der oberste Banker sich beschwert, dass die Bauern in der Schweiz mehr zu sagen haben als die Banker. Ich finde das schön. Die Vollwertigkeit der einfachen Arbeit bewahrt allen ihr Selbstwertgefühl. Von mir aus darf die Schweiz auch Weltmeister werden.
Zugegeben: nach der so gut wie schlaflosen Nacht im zugigen Waggon an der Tür, an der die Raucher stehen, braucht es nicht viel, um das Gefühl von Dankbarkeit in mir zu erzeugen. Aber es liegt auch an der Schweiz. Sie ist schön und riecht gut und ist aufgeräumt. Ausserdem ist die Schweiz ein Mädchen. (Ja. Welches Land ist sonst ein Mädchen?)
Ein frischgewaschenes, lächelndes Mädchen. Oder zumindest kommt sie mir Sonntagmorgen im Intercityrestaurant von Basel nach Bern so vor. Im ersten Stock, Blick rundum auf Grünund Berge. Gegenüber Helga aus Münster. Sie fährt für zwei Monate auf einen Biohof im Wallis, arbeiten für Kost und Logis. 19. Jahrhundert mit Festnetzanschluss. Am Nebentisch sitzen eine schicke Blonde mit knallrotem Lippenstift und eine Hängehaarige mit Schlabberkleidern und bedauern sich gegenseitig, dass die Bedienung immer noch nicht da war. (Lächeln kostet eben Zeit.)
Gestern hat die Schweiz im Fussball gewonnen. Die Schweiz ist glücklich. Ich lese in der Zeitung, dass der oberste Banker sich beschwert, dass die Bauern in der Schweiz mehr zu sagen haben als die Banker. Ich finde das schön. Die Vollwertigkeit der einfachen Arbeit bewahrt allen ihr Selbstwertgefühl. Von mir aus darf die Schweiz auch Weltmeister werden.

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