Obzwar unsere Möbel und Bücher schon am 1. und 2. September hier angekommen waren, hat doch erst jetzt, mit dem ADSL-Zugang, die Wohnung ihre Vollstaendigkeit erhalten: connected.
Werde versuchen, die ersten Eindrücke nachzutragen.
Und die ersten Vokabeln.
Zuegeln: Umziehen (Zitat Nachbarn: Umzugszeit ist eine strenge Zeit.)
Pflotsch: Matsch (grossartige Lautmalerei!)
Die Ordnung des Tages:
Znüni - Fruehstueck oder auch 2. Fruehstuck (je nachdem, wann Du aufstehst)
Zmittag - Mittagessen
Zvieri - mein Lieblingsessen, mit Tee oder Kaffeee gibt es Suesses.
Besonders ist hier die kollektive Sorgfalt. Das fällt im öffentlichen Raum auf, aber auch in der Sorge ums Eigene. Und inVer- und Entsorgung.
Die Versorgung.
Migros: Da gibt es Mango-Lassi und sonst auch fast alles, eigene Marken, auch Bio, altes Schweizer Versorgungssystem. Die Punkte-Sammelkarte gibt es gleich.
Coop: Da wartet man einige Wochen auf die Zulassung zum Punktesammeln, kann dann aber auch beim Telefonieren profitieren. Etwas weniger schick als Migros scheint mir aber gute Biolionien. Beide Versorger verschicken Wochenzeitungen (wir haben leider noch keine errhalten, in der Schweiz braucht man offenbar fuer alles Geduld.)
Denner: Der Aldi unter den Versorgern. Deutsche Markenware (Becks!!!), eigene Frischsachen, die Ausstrahlung so deprimierend, wie wir es gewohnt sind aus den heimischen Discountern: Ware aus Kartons auf Paletten, pickliges Personal. Und: die streichen tatsaechlich all ihre Waende in Rot, der Corporate Farbe. Also greif was Du kannst und nichts wie weg.
Biolaeden und Apotheken sind SEHR teuer.
Eine echte Alternative zu den Biolaeden sind die Maerits. Da stellen sich Baeuerinnen und Bauern mit ihren Erzeugnissen an Wegesrand auf und bieten ihre Produkte feil. Bei uns kommt freitags Martina, sie hat ihr eigenes Obst und Gemuese, Kaese und Wurst von Nachbarn, ausserdem backt sie und kocht ein, die Eier ihrer Huehner sind immer nestfrisch. So koennen wir uns die Biokiste sparen. Und gesund ist ja sowieso alles hier, in Restaurants und Laeden wird Qualitaet, vor allem beim Fleisch, vor allem durch den Hinweis auf inlaendische Herkunft bewiesen.
Die Entsorgung.
Recherchen haben ergeben, dass der Muell hier in schwarzen Sacken abtransportiert wird, die es in unterschiedlichen Groessen zu kaufen gibt. Fuer jede Groesse gibt es einen anders neonfarbigen Aufkleber, ohne den kein Muellsack irgendwo erscheinen sollte. Nachbarn versichern mir, dass jeder Verstoss geahndet wird, es gibt spezielle Muelldetektive, die rauskriegen, wem der Dreck gehoert.