Friday, June 30, 2006

Finnigan geniesst die Abendsonne

Zidanes Lachen

Was immer man über die Nervigkeit der WM sagen kann, Zidanes Lachen, als er den Ball in der 92. Minute im gegnerischen Tor versenkte, war es wert. Hier ist nach dem Ausscheiden der Nati der Shootie-Hype (sagt man hier wirklich, shootie) abgeklungen. Einigen Schweizern waren die Hup-Korsos sowieso unheimlich.

Wednesday, June 28, 2006

Aufstand

Josefine ist Revolte pur. Heute morgen musste man sie in der Kita festhalten, damit sie blieb. Dabei ist heute ihr Abschiedspicknick, auf das sie sich seit Wochen freut. Als ducke sie sich vor dem Sprung in den Kindergarten noch einmal in Babyzeiten zurück, wie um Anlauf zu nehmen. Nerven behalten und in Ruhe lassen. Allein gelassen sitzt sie auf dem Boden und spielt mit Puppen alle möglichen und unmöglichen Szenen nach, die sie so beobachtet hat.

Tuesday, June 27, 2006

Attachment

Charlotte sagt über ihre Kuscheltiere:
Die haben eine grosse Liebe bei mir erreicht, diese kleinen Dinger.
Gestern hat sie ihren siebten Milchzahn verloren.

Sunday, June 25, 2006

Niesenrückseite

Niesenkinder

Niesenblumen

Vom Niesen auf den Thuner See Schauen

Friday, June 23, 2006

Rosen

If In Doubt, Clean the House.

Diese Lebensweisheit bewährt sich ebenso wie die regelmässige rituelle Selbstreinigung im Fitnesstudio. Nach anstrengenden Wochen mit Berner Geburtstagsfeier und Bremer Blockseminar sage ich alle Termine ab und nehme Zuflucht zu diesen bewährten Strategien. Dazu ein dicker Krimi und nach einigen Tagen fliessen die Gedanken wieder wie von alleine. Oder zumindest nicht gezwungen. Die Küche ist sauber, der Balkon gefegt, die Geschirrhandtücher sind gebügelt, die Mädchen satt und fröhlich, das tut auch dem Denken gut: das grosse Paralleluniversum richtet sich an der Ordnung meines Haushalts neu aus.

Tuesday, June 20, 2006

Nach Hause im Nachtzug

Die Schweiz strahlt und duftet nach frischem Kaffee. Die junge Frau im Speisewagen hat gute Laune und macht ihren Job nicht ungern. Sie hat eine knapp sitzende Uniform an, ihr Haar ist sorgfältig frisiert, jedem Gast schenkt sie ein Lächeln zum Frühstück. An den blitzenden Armaturen macht sie sich mit Routine und einer gewissen Freude zu schaffen, entlockt der rauschenden und dampfenden Maschine immer neue Getränke, die sie mit Lebensmitteln zusammen auf grossem Tablett durchs schwankend schmale Cafe balanciert.

Zugegeben: nach der so gut wie schlaflosen Nacht im zugigen Waggon an der Tür, an der die Raucher stehen, braucht es nicht viel, um das Gefühl von Dankbarkeit in mir zu erzeugen. Aber es liegt auch an der Schweiz. Sie ist schön und riecht gut und ist aufgeräumt. Ausserdem ist die Schweiz ein Mädchen. (Ja. Welches Land ist sonst ein Mädchen?)

Ein frischgewaschenes, lächelndes Mädchen. Oder zumindest kommt sie mir Sonntagmorgen im Intercityrestaurant von Basel nach Bern so vor. Im ersten Stock, Blick rundum auf Grünund Berge. Gegenüber Helga aus Münster. Sie fährt für zwei Monate auf einen Biohof im Wallis, arbeiten für Kost und Logis. 19. Jahrhundert mit Festnetzanschluss. Am Nebentisch sitzen eine schicke Blonde mit knallrotem Lippenstift und eine Hängehaarige mit Schlabberkleidern und bedauern sich gegenseitig, dass die Bedienung immer noch nicht da war. (Lächeln kostet eben Zeit.)

Gestern hat die Schweiz im Fussball gewonnen. Die Schweiz ist glücklich. Ich lese in der Zeitung, dass der oberste Banker sich beschwert, dass die Bauern in der Schweiz mehr zu sagen haben als die Banker. Ich finde das schön. Die Vollwertigkeit der einfachen Arbeit bewahrt allen ihr Selbstwertgefühl. Von mir aus darf die Schweiz auch Weltmeister werden.

Sunday, June 11, 2006

42.



Die Antwort auf alle Fragen, solange die Fragen nicht präzise formuliert sind.

Und: Parties sind wundervoll, aber es ist auch schön, wenn der Alltag (was immer das sein mag) wieder anfängt.

Friday, June 09, 2006

Und gut!

Nadja rennt auch



Rein ins Bild...



...und wieder raus!

Lotte rennt



Heute war Sponsorenlauf für die Schulbiliothek und Charlotte absolvierte ihren ersten öffentlichen Wettlauf. 7 Runden in 5 Minuten (sorry, keine Ahnung, wie lang die Bahnen waren). Jedenfalls brummte der Schulhof und die Kindergartenkinder waren die Jüngsten und Tollsten.

Zwei Wölfe



Hat Josefine mir gemalt, ein Mama-Wolf und ein Baby-Wolf. Wie so oft im Leben ist nicht ganz klar, wer was ist.

Meine neue Freundin ist ein Delfin

Wednesday, June 07, 2006

Strahlender Morgen

Die Schweiz riecht gut. Besonders im Juni, wenn die Sonne scheint. Werde mit meinem zweitern Kapitel nun aber die Flucht ergreifen, denn Finnigan hat sich in meinem Schreibtischfach breitgemacht und der riecht leider gar nicht gut.
Also los in den sonnigen Morgen, vielleicht finde ich ja inder Stadt ein sonniges Cafe!

Meret Oppenheim

Pfingstsonntag im Museum, Oppenheim Retrspektive. Welche Wohltat, mit den Mädchen gehen zu können! Josefine gefiel am besten der prachtvolle Strauss, der von der Vernissage noch dastand und mächtig duftete. Charlotte erkennt die verschiedenen Techniken, Jaxon-Kreiden habe ich auch, das ist Wasserfarbe, das sieht man, weil das Papier gewellt ist. Über ein Werk meckert sie: kleine Nudeln in eine Schachtel geklebt, so dass sie wie Ameisen aussehen, die entlanglaufen. Das können doch Kinder! Als wollte sie sich beschweren, dass Erwachsene auf ihrem Terrain wilderten.
Ein Ausspruch von Meret Oppenheim, der das bestätigt: Die Künsteler träumen für die Gesellschaft.
http://de.wikipedia.org/wiki/Meret_Oppenheim

Aberdeen Man Lost on Sea; der ICE ist der Fremde.

Ende April gab es einen Unfall ebim Bahnhof Thun, zwei Züge kollidierten, ein Lokalpersonenzug, ein deutscher ICE, niemand wurde ernstlich verletzt, die Schuldfrage schnell geklärt: der Regionalzug war in den ICE hineingefahren. Trotzdem hält sich in den örtlichen MEdien die Überzeugung, es sei der ICE gewesen, der eigentlich schuld war. Im Bund, der Berner Zeitung, steht heute zu lesen, dass die beiden Waggons auf der Strasse nach Nürnberg zurücktransportiert werden. Keine Erwähnung der Tatsache, das NICHT der ICE schuld war am Zusammenstoss, vielmehr steht das organisatorische Problem des Rücktransports im Mittelpunkt. Kleine grammatische Feinheiten machen auch in der überregionalen NZZ klar, dass von den involvierten Zügen der deutsche der ausländische Zug ist.
Bei einem Luhmann-Vortrag (dem einzigen, den ich gehört habe), kam einmal ein Beispiel für geleitetes Interesse beim Auswerten von Nachrichten vor: Aberdeen Man Lost on Sea, titelte eine schottische Tageszeitung über den Untergang der Titanic.

Tuesday, June 06, 2006

Wochenende, Pfingsten vorbei

Erkältet, halswehbedingt nicht geschlafen. Murakami gelesen. Da es noch keinen neuen Roman gibt, habe ich die Vintage-Zusammenstellung gekauft. Darin auch ein Kapitel von Underground, das ich nun doch lesen will. Auffällig die hungrigen Frauen: sie essen viel und gerne, sind aber nicht dick.
Fernsehen ohne Fernbedienung. Offenbar ist sie kaputt, das Batterienwechseln bringt jedenfalls nichts. Keine Fernbedienung, kein Zweikanalton. Das heisst Dr. House auf deutsch. Die Stimme ist gewöhnungsbedürftig, die Übersetzung aber nicht so schlecht. Manche Witz werden erst nach mentaler Rücküberstzung richtig witzig.

Kreisverkehr aus Kreide



Eine Schachtel bunter Kreiden und acht fleissige Mädchenhände verwandeln den Innenhof der kleinen Siedlung in ein Verkehrsparadies für Treträder, Fahrräder und Roller, oder Trotties, wie man hier sagt. Fussballbilder heissen Shootie-bilder (wenn man das so schreibt) und die moslemischen Kinder in Josefines Kita essen kein Säulifleisch,

Versteckspiel

Steckspiel

Gelb auf Grau



Die Rosen kommen hervor. Meine Trostrosen für die, die ich im Bremer Garten zurückgelassen habe und die mich hier in ihrer letzten Herbstpracht empfangen hatten.