Monday, November 27, 2006
Schreiben. Singen. Und die Mädchen. Charlotte trägt nur noch Jungssachen. Josefine lässt sich von ihrer Schwester die Haare frisieren. Beim Tübingenbesuch die Weihnachtseinkäufe erledigt: wir beginnen die Ära des kleinen Legos. Das heisst Keller aufräumen, um das Duplo wegzuräumen. Und die Barbies. Ah: wegwerfen. Weihnachtskram hochholen. Es lebe das Wesentliche.
Sunday, November 26, 2006
Friday, November 24, 2006
Freitag, Rosen unter Reisig
Es ist Freitag: der kleine Mann mit dem hochrasierten Nacken fegt mit dem Streichelbesen die Kirchentreppen. Die Rosenbüsche sind schon für den Winter verpackt. Die Nachbarin will die Büsche vor meinem Fenster durch eine Thujahecke ersetzen. Seufz. Ich mag die Büsche, aber auf einen Streit mit der Nachbarin habe ich keine Lust. Doppeltes Seufz.
Monday, November 20, 2006
Katerliche Vorlieben
Finnigan mag lieber nasses als Trockenfutter. Eine Zeitlang sind wir seinen Wünschen nachgekommen, allein dieser Kater ist sehr hungrig und so viel nasses Futter hat er noch NIE gefressen. Also bleibt es bei einer Schale Trockenfutter. Also setzt er sich in die Küche und schaut mich an. Unverwandt an. Minutenlang. Irgendwann geht er dann und frisst Trockenfutter. Und verlässt hoch erhobenen Schwanzes das Etablissement. Ohne mich anzusehen. GANZ ohne mich anzusehen.
Saturday, November 18, 2006
Friday, November 17, 2006
Beginn der Winterzeit
Das Abschneiden hat begonnen. Von jetzt bis in den Februar hinein werden Äste gestutzt, abgesägt, weggeschnitten. An allen Bäumen und Sträuchern lässt sich jetzt beobachten, wie viel zu tun ist, um die gepflegte Gartenhaftigkeit öffentlicher Gewächse zu erhalten.
Monday, November 13, 2006
Watt rasch.
Wieder ein Beispiel für die Berner Vertauschung von Zeitdimensionen. Warten ist immer etwas Langsames, wie soll es denn schnell gehen,w enn ich keinen Einfluss auf die Dauer das Wartens nehmen kann?
Sunday, November 12, 2006
Archaisches 2

Gestern waren wir wieder draussen in der dunklen Nacht, mit Laternen durchs Quartier und ans Feuer unter die Buchen des Cecilienplatzes. Die Farben der zerfallenden Blätter im Schein der Feuer entsprachen denen der georgischen Wolltasche.
Im Cervelas-Braten werden wir besser. Die Laternen der Mädchen werden immer schöner und leuchten herrlich bunt in der nasskalten Nacht.
Saturday, November 11, 2006
Friday, November 10, 2006
Thursday, November 09, 2006
Vor dem Spiegel, in der Menge
Fitnessstunden fühlen sich anders an, wenn sie übervoll sind. Eng neben, vor und hinter einander auf ihren Körper bedachte Frauen bewegen schöhnheits- und gesundheitsrelevante Muskeln. Mit Stangen, Bändern, Hanteln, Kissen als Hilfsmitteln. Unter Anleitung einer schönen Frau, die schreit. Sie schreit gegen die Musik an, sie schreit, um gehört zu werden, sie schreit einfach so. Alle Frauen machen mit. Manche sind dick, manche dünn, manche haben eine Brille, andere nicht. Alle sind ganz zufrieden, auf ihrem halben Quadratmeter an sich zu arbeiten.
Danach das esoterische Chi Ball Training. Wir haben wieder Platz und Luft, die Trainerin schreit nicht, eher haucht sie uns zu, was wir mit dem kleinen Ball tun sollen. Danach die kalte Herbstluft und der fast volle Mond. Die Mädchen schlafen und ich sinke zu Dr. House aufs Sofa.
Danach das esoterische Chi Ball Training. Wir haben wieder Platz und Luft, die Trainerin schreit nicht, eher haucht sie uns zu, was wir mit dem kleinen Ball tun sollen. Danach die kalte Herbstluft und der fast volle Mond. Die Mädchen schlafen und ich sinke zu Dr. House aufs Sofa.
Tuesday, November 07, 2006
Noch ein Lieblingswort
Kaum ein Ausdruck übertrrifft das berndeutsche "nümm", wenn es um bestimmte Endgültigkeit geht. Seine kolossale Einsilbigkeit, das dauerhafte Enden auf fest geschlossenen Lippen verbieten jegliche Nachfrage. Es war auch das erste Wort, das mir entfuhr, als ich ein Hops-Verbot an meine Tochter aussprach: machs nümm (wer hopst da noch weiter?), tatsächlich hörte ich dann auchnur noch ein mürrisches nej und keine Hopsgeräusche mehr.
Melancholische Naturen scheinen eine Vorliebe für dieses Wort zu haben. Wenn man es googelt, findet man lauter traurige Geschichten vom früher schon, jetzt nicht mehr, in denen es auftaucht.
Melancholische Naturen scheinen eine Vorliebe für dieses Wort zu haben. Wenn man es googelt, findet man lauter traurige Geschichten vom früher schon, jetzt nicht mehr, in denen es auftaucht.
Laufen.
Zu Fuss gehen ist eine denkfreundliche Fortbewegungsart. Die Bilder und Eindrücke geben sich langsam. Die Länggasstrasse hinauf fiel mir heute ein weiteres grossartiges Männerlachen auf, das zweite in der Reihe "glückliches, unwiderstehliches Siegerlachen" (vgl. Zidane im Juni): Orhan Pamuk, als er erfährt, dass er den Nobelpreis bekommt. Gibt es das bei Frauen auch? Oder haben wir es mit einem weiteren Produkt unsere mehrtausendjährigen Geschlechterrollengeschichte zu tun?
Über den roten Steg
Als ich heute nach dem Seminar über den roten Steg nach hause ging und die Berge deutlich am Horizont zu sehen waren, wurde mir klar, dass ich aufhöre, anzufangen, in Bern zu leben. Das anfängliche Hierleben ist vorbei. Ich höre sogar schon Sachen auf, die ich hier (wieder) begonnen habe. Etwas anfangen ist schön und voller Mut, aber etwas aufhören, gehen lassen, ist auch toll.
Wenn Du diese Berge siehst, wie sie da stehen und keinen brauchen, fragst Du Dich: wo stehe ich eigentlich? Oder Du denkst Dir gar nichts und gehst auf in der Erhabenheit, nimmt Teil am Nicht-haben-müssen der Berge. (Quelle der Schweizer Eigentlichkeit?)
Wenn Du diese Berge siehst, wie sie da stehen und keinen brauchen, fragst Du Dich: wo stehe ich eigentlich? Oder Du denkst Dir gar nichts und gehst auf in der Erhabenheit, nimmt Teil am Nicht-haben-müssen der Berge. (Quelle der Schweizer Eigentlichkeit?)
Monday, November 06, 2006
Wieder vor dem Spiegel.
Dem Spiegel ist es egal, ob ich ein bestimmtes Argument begriffen habe oder nicht. Der Spiegel fragt nicht, ob ich alles von Aristoteles gelesen habe oder Murakami oder beides. Das ist das Schöne am Spiegel, es ist ihm gleichgültig. Alles, was zählt, ist, dass ich zu Beginn der Stunde da bin und meine Muskeln in der vorgegebenen Weise mit Blut vollpumpe. Vielleicht noch zu lächeln versuche und den 80er-Jahre-Disko-Mix und Serenas Mitsingen aushalte. Aber sonst ist alles nicht so wichtig für diese Stunde, die in einem Kellerstudio ihren Lauf nimmt. Nach der Stunde schmerzen meine Muskeln, aber mein Kopf ist frei. Ich habe das Training wieder aufgenommen, morgens, das heisst, ich muss abends arbeiten. Das geht, wenn der Kopf frei ist. Die Energie, die ich gewinne, wenn ich mich überwinde, hilft auch beim Schreiben.
Sunday, November 05, 2006
Gurtenblick

Berge zum Greifen nah, wir laufen zum ersten Mal vom Gurten hinunter nach Wabern. Das hat mindestens 2 Vorteile: wir sparen das Geld für die Talfahrt und die Kinder sind abends schön müde. Und wir sehen die Berge. Diese erhabenen einsam machenden Berge. Von denen ich nach über einem Jahr hier glaube, dass sie die Schweizer formen.
Josefine hat ihr Laufrad dabei und sagt: ich riesle jetzt weiter nach unten.
Finnigans Vorsicht

Nachzutragen ist, dass unser Kater Finnigan eine grosse Anhänglichkeit an den Tag (und besonders auch an die Nacht) legt, seitdem er die Erfahrung machen musste, dass wir zwei Wochen lang wegfahren können. Des Katers Häuslichkeit wird durch die momentane Herbstkälte noch verstärkt. Nur ungern lässt er uns jetzt aus den Augen. Auch klettert er auf den Tisch, um sich zu bedienen, wenn es sein muss. Zwar haben sich seine wilden Sitten jetzt, 4 Wochen nachdem wir zurück sind, wieder etwas gebessert, die Anhänglichkeit ist geblieben.
Gumpen heisst springen.
Noch so ein Wort, dass lautmalt.
Neulich spät gab es einen Film über einen Schuster, der nach dem Tod seiner Frau und dem Ende seines Berufslebens nicht akzeptiert, was die (70er Jahre-) Gesellschaft ihm an Lebenskonzepten anbietet. Am Ende geht er, nachdem er sich alle Alternativen angeschaut hat, vom Altersheim bis zum Selbstmord. Der Film ist schön fotografiert, schwarzweiss und langsam. Schweizerdeutsch, leicht fragend und zugleich wissend, wie schicksalsergeben und doch mit eigener Pointe. Wie der Film über den Dällebach Kari kommen die Bilder und Sätze aus dem Dunkel der Hinterzimmer und kleinen Gassen.
Neulich spät gab es einen Film über einen Schuster, der nach dem Tod seiner Frau und dem Ende seines Berufslebens nicht akzeptiert, was die (70er Jahre-) Gesellschaft ihm an Lebenskonzepten anbietet. Am Ende geht er, nachdem er sich alle Alternativen angeschaut hat, vom Altersheim bis zum Selbstmord. Der Film ist schön fotografiert, schwarzweiss und langsam. Schweizerdeutsch, leicht fragend und zugleich wissend, wie schicksalsergeben und doch mit eigener Pointe. Wie der Film über den Dällebach Kari kommen die Bilder und Sätze aus dem Dunkel der Hinterzimmer und kleinen Gassen.
Lost Highway
Eigentlich keine Geschichte, eher eine Endlosschleife der Unausweichlichkeit. Die wirklich aktive Rolle der Akteure fehlt. Gefangen im Medienraum. Eingebettet in amerikanische Eigenheime. Wie in Blue Velvet lauert gerade dort der Abgrund. Magisch fotografiert. And still: how can you lose a highway? Alltäglichkeit des Verbrechens und Verbrechen der Alltäglichkeit, solche Vertauschungen stecken dahinter.
Wednesday, November 01, 2006
Zeit im Elfenbeinturm
Gestern abend habe ich mir Tugendhats Vortrag über Philosophie als erste Anthropologie - nein: umgekehrt, aber so ginge es auch, angehört. Es ist 20 Jahre her, dass ich nach Berlin ging. 20 Jahre, es kommt mir wie gestern vor, dass ich 19 wurde und da hatte mein ganzes Leben noch nicht einmal 20 Jahre gedauert. Der Oktober 1986 war lang und golden. Ich war gerade nach Dahlem gezogen und ging viel spazieren.
In Laubhaufen stöbern
Wenn Hunde nicht stören
Trotz dieses massiven Blocks (noch einmal ausgeschrieben: zwanzig) scheint keine Zeit vergangen zu sein. Lob des Elfenbeinturms: die Zeit vergeht da nicht. Im Wintersemester 1986, meinem ersten Berliner Semester, hielt Tugendhat seine erste Ethikvorlesung. Montag um 9. Das musste man erstmal schaffen. Dort zu sein meine ich. Das war meine erste Veranstaltung zu Ethik.
In Laubhaufen stöbern
Wenn Hunde nicht stören
Trotz dieses massiven Blocks (noch einmal ausgeschrieben: zwanzig) scheint keine Zeit vergangen zu sein. Lob des Elfenbeinturms: die Zeit vergeht da nicht. Im Wintersemester 1986, meinem ersten Berliner Semester, hielt Tugendhat seine erste Ethikvorlesung. Montag um 9. Das musste man erstmal schaffen. Dort zu sein meine ich. Das war meine erste Veranstaltung zu Ethik.






