Monday, October 30, 2006

Archaisches

Letzten Freitag waren wir im Wald. Wir hatten Würstchen dabei ("Cervelas", unbehandelte Currywürste, wichtig: 1. dick genug, um der Länge nach auf angespitzte Stöcke gesteckt zu werden, 2. im Herstellungsprozess abgekocht, so dass sie gegessen werden können, bevor sie durchgebraten sind) (weshalb sie nicht notwendigerweise durchgebraten sind, wenn wir sie essen? a. weil wir zu ungeduldig sind, b. weil das Feuer nicht ausreicht, c. weil uns der Arm abfällt beim Ins-Feuer-Halten).
Ich werde mir ein Schweizermesser anschaffen. Dann kriege ich die Plasitkverpackung der Cervelas auf und kann Stöcke anspitzen. (Ausserderm haben alle eins.) Fortgeschrittene backen Stockbrot (um einen Stock geschlungener Hefeteig, der schwarz werden muss), einige rösten Kastanien in Blechen. Die Kinder haben Taschenlampen und geistern begeistert (daher kommt das!) durch den dunkel gewordenenen Wald. Dunkel und kalt gewordenen Wald. Die tiefe Bedeutung des Feuers wird uns noch deutlicher, als wir uns von ihm entfernen, um nach Hause zu gehen. Das Feuer im Rücken, den Geruch von Laub und Holz in der Nase kehren wir heim.

noch ein Klettertier

An der Aare



Sonntag nachmittag, es regnet nicht mehr, wir gehen an die Aare. Es riecht nach Herbst. Die Tiere im Dählhölzli sind munter, offenbar mögen sie das Wetter. Besonders die Sumpfbiber mit den orangenen Zähnen. Die Schneeleoparden haben sich eingelebt. Und das Bester wie immer der Spielplatz. Und heisse Kastanien.

Saturday, October 28, 2006

Etwas über Zeit.

Gestern hatte ich Zeit, in die Stadt zu fahren. Ich brauchte Kalendereinlagen für 2007 und kaufte zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Woche auf 2 Seiten. Habe ich mehr Termine? Vielleicht. (Vielleicht aber auch meine beiden Töchter.)
Die Zeit in der Stadt war ungewohnt. Ich ging in einige Läden und stellte fest, dass ich nichts brauche (ausser dem besten Scotch Tape, das wir eigentlich IMMER brauchen, weil meine Töchter es für das beste Spiel- und Bastelzeug aller Zeiten halten): der Luxus der Bedürfnislosigkeit.
Also setzte ich mich ins Cafe auf der Münsterplattform, bestellte eine Kaffee (Vorauskasse!) und begann in meiner Arbeit zu lesen. Dabei kam heraus: Ich kann nur am eigenen Schreibtisch arbeiten. Ich fühle mich ungeschützt und ungeborgen, grauenvoll beobachtet und überhaupt gänzlich unwohl, wenn ich nicht am eigenen Schreibtisch arbeite. Werde ich jetzt alt? Und wenn schon. Am eigenen Schreibtisch arbeiten macht mir viel Freude.
(Übrigens soll die Münsterplattform einer der Hauptdrogenplätze Berns sein, sagt Mechthild.)

Sunday, October 22, 2006

Heimweg

Schoenes kaltes Winterlicht



Ok, es ist unangenehm, m Dunkeln aufzustehen, aber dafür sind die Schatten auch besonders schön in der zweiten Jahreshälfte. Die unfreundlichen Sukkulenten der Nachbarin verwandeln sich in Mickeymäuse.

Prinzessinnenstadt



Gestern waren wir in Zürich. Am Rindermarkt essen, im Zoo Tiere schauen, Tramfahren, im Nudelhaus Suppe schlürfen. Auf dem Rückweg zum Auto bewundert Josefine die vielen Neonlichter überall: ich glaube, das ist eine Prinzessinenstadt. Da ist schon was dran, Bern liegt erhaben in dunkler Flur, als wir eine Stunde später dort müde, aber glücklich einlaufen.

Wednesday, October 18, 2006

Nach dem Kindergarten.

Nach der Schule.

Tuesday, October 17, 2006

Dahintergehen heisst Vorwärtsmachen.

Ach, Berndeutsch. In dieser Formulierung wird deutlich, wie die Stossrichtung des Handelns funktioniert und welche versteckte Dialektik sie antreibt.

Monday, October 16, 2006

Sonntag vor Schulbeginn



Auf dem Gurten gibt es seit diesem Sommer auch einen Teich, der zur Anlage um die Miniaturbahn gehört. Als wir im September da waren, legte sich Charlotte hinein und gestern ging Josefine kurz nach obiger Aunahme beim Überqueren qua Floss baden. Wenigstens waren die Kinder dann bereit, sofort nach Hause zu gehen. Unsere weisen alten Nachbarn sagten: Wahrscheinlich ist sie nicht die Letzte, die hineinfällt.

Saturday, October 14, 2006

Es ist Zeit.

Herbststimmung: der Nebel braucht lange, um den Blick auf die Sonne freizugeben. Die Blätter rascheln fallbereit an den Ästen. Das letzte Ferienwochenende hat begonnen, mit Raclette heute abend und Freunden, ab Montag stehen wir wieder um 7 auf. Kalorien- und Wärmebedürfnis.

Erntestimmung bei der Arbeit, ich stelle mir vor, wie es ist, wenn mein Text abgeschickt ist und merke, dass der Tag, an dem der Text fort sein wird, ein Tag wie jeder andere ist.

Josefine besucht ihre alte Kita

Tuesday, October 10, 2006

Das Mädchen mit den Croissant-Haaren



Immer muss es ein Mädchen sein, wenn geworben wird. Ein weiteres Beispiel für interessante Brötchetuetenmotive aus einer südfranzösischen Patisserie.

Steinpilze

Das rote Tal

Durchgang in Villeneuvette

Herbert

Bruno

Am Herault.


Familienpicknick in St Guilhem (demnächst auch als Touristenwerbung, zufällig erwischte uns ein Filmteam). St Guilhem war leer, als wir da waren (und den Kreuzgang kennen wir schon aus den Cloistures in NY), die Bächlein, die durch den steilen Ort führen, haben die Mädchen begeistert: sie lasen Blütenblätter von Geranien auf und liessen sie in den steinernen Rinnen hinunterfahren, juchzend, wenn sie nach längerer Unsichtbarkeit wieder auftauchten. Der hohe dunkle Kirchenraum ist wunderschön. Die geometrische Einfachheit beeindruckt nach dem mittelalterlich verschachtelten Aufstieg durchs Dorf umso mehr.

In mittelalterlichen Mauern, an und in Kalkstein. Die ruppigen Höhen der Causses, die Höhlen der Claumuse und des Roquefort. Ballspiel am Wasser und Besuche bei den Templern. Wieder selber kochen, lange Gespräche und einige Wiedersehen. Schokoladencroissants, Kaffee auf dem belebten Platz von St Jean de Fos. Die Kinder haben 2 Zimmer für sich und geniessen das. Überhaupt der Platz: nach einer Woche in einem Raum mit 2 Etagenbetten tut es gut, von einem Raum in den anderen zu gehen.

Wir werden wieder hinfahren. Auch die Rückfahrt ist in Ordnung, wir besuchen Valence, auch für Wochenendeinkäufe, erleben den rosaroten Sonnenuntergang an einem Uferstückchen hinter Genf (gar nicht so leicht, dort ein zugängliches Uferstückchen zu finden!) (und stellen sie die Fontaine abends aus?), sehen den riesigen Vollmond über dem Jura aufgehen.

Monday, October 09, 2006

Verlängerte Unendlichkeit



Eine Woche in Varazze, davon 3 Sonnentage, an denen Charlotte Schnorcheln und Josefine Brandungsschwimmen lernt, 2 mal Pizza in der Stadt, einmal Delfine in Genua, viel guter Kaffee und Mondlicht auf dem Meer.

An einem Abend gehe ich mit Josefine in den Park, um ihr das Mondlicht auf dem Meer zu zeigen, es ist aber nicht mehr da und ich bin etwas enttäuscht. Josefine tröstet mich: Macht nichts, Mama, der war gar nicht voll.

Dann die Küste hinauf, mitgebrachte Sandwiches im alten Hafen von Cannes, gleich nach Montpellier gehen wir in einem der zahllosen Kreisel verloren und landen in Gigean. Im Supermarkt versorgen wir uns mit dem nötigsten, in der Tankstelle mit einer Landkarte und kommen am frührne Abend in St Jean de Fos an.