Monday, May 29, 2006

Krimis

Letzten Donnerstag habe ich den letzten Donna Leon ausgelesen, Blood from a Stone. Schon lange lernen wir nichts Neues, setzen uns aber gerne wieder an den Familientisch und nehmen Teil an den Unausgewogenheiten der pubertierenden Kinder, freuen uns an Paolas klugen Kommentaren. Überhaupt Paola. Immer schon der heimliche Star der Brunettiserie.
Wir lernen ein kleines bischen über Afrika, ok, aber die Rezepte kannte ich schon.
Immer wieder schön ist es, einfach für ein paar Stunden abzutauchen, sei es nun Venedig oder das neblige England. Also bestellte ich gerade, als Notausgang quasi aus dem verregneten Bern, doch wieder den letzten Elizabeth George, obwohl ich den letzten und vorletzten VIEL zu lang fand für das bischen Geschichte.

Sunday, May 28, 2006

Apfelsaft





Die Maedchen finden heraus, dass Apfelsaft durch ein Scoobidoo-Band getrunken werden kann. Eine Riesenschweinerei und ein Riesenspass. Wir einigen uns darauf, dass jedes Band nur einmal benutzt werden kann.

Friday, May 26, 2006

Grün vor dem Fenster



Das Licht, heute sehr wechselhaft, fällt auf die Blätter vor meinem Fenster.

Tuesday, May 23, 2006

Druckerpapier, Zerbrechlichkeit und Freundschaft

Denke nach, schreibe, werde bald ausdrucken, habe 1000 Blatt Papier bestellt. Lieben wir im Freund die Tugend oder lieben wir die Person? Wir tun beides und exemplarisch vollzieht sich darin die Verbindung des Einzelnen mit dem Universalen. Wenn das gelingt, kann es Modell für andere Beziehungen werden: zu sich, zu fernen Anderen, zur Natur. Dann brauchen wir keinen abstrakten Begriff der Achtung. Und zur Freundschaft kommen wir über die Anerkennung der Zerbrechlichkeit. Eine ganz empfindliche Sache, die zugleich perfekt ist. Wie ein ganz junges Kind.

Unscharf mit Hut beim Fernsehen

Seifenblasen

They Only Start to Bug Me When They Grow Teeth

Der Menschenhasser wird angesichts toter und sterbender Babies zum Menschenfreund. Nein, das war keine gute Folge von Dr. House. Zu schnell erscheint da die Menschenliebe hinter der Fassade des Zynismus. Ausserdem sind Babies auf dem Seziertisch (Kamera von oben, Hilflosigkeit pur) das Letzte, was ich am Ende eines langen Montags sehen will.

Wednesday, May 17, 2006

Schnecken und Kreidestrassen



Ein Ausschnitt aus der Sammlung.



Zum Fahrrad-, Laufrad- und Rollerfahren.

Tuesday, May 16, 2006

Dr. House

Diese Krankenhausserie mit dem rücksichtslosesten, Patienten verachtendsten, stursten und zugleich genialsten Arzt, der selbst verkrüppelt ist und von seiner Verwaltungschefin mit Diensten gequält wird ist zweifellos der beste Beitrag zur (amerikanischen) Gesundheitsrefom seit langem. Sein Zynismus richtet sich vor allem gegen Patienten, aber auch gegen seine Unterärzte, die es nicht leicht haben, ihre Charaktere zu behaupten oder zu entwickeln (natürlich hilft das Thema Sex dabei). Zur naturwissenschaftlich-technischen Erbauung gibt es immer wieder Mikroskopfahrten durch Kanäle des menschlichen Körpers (Blutbahnen, Hirnwindungen, die Wirbelsäule entlang), meist sitzt dann irgendwo ein gemeiner Wurm oder Virus, den nur das zynische Genie aufspüren konnte und der es immer nur fast schafft, das Opfer zu töten. Ein neues Muss am Montagabend.
Danke für den Zweikanalton, Schweizerisches Fernsehen!

Sunday, May 14, 2006

Heidi

Weshalb Johanna Spyris Buch spannend ist: es vollzieht den Perspektivenwechsel von den Erwachsenen zum Kind. Fräulein Rottenmeier ist eine unwürdige NAchfahrin der großen Erzieherinnen der Frauenliteratur bei den Brontes und Jane Austen. Aus Heidis grossen schwarzen Augen wird uns plötzlich offenbar,w ie idiotisch diese verstädterte Welt eingerichtet ist. Verwandt ist Heidi bestimmt Anne Shirley aus dem Haus mit dem grünen Giebel.

Muttertag

Das Beste, was mir passieren kann: meine Familie laesst mich mit einer vollen Kanne Tee allein zu Haus. Erst stricke ich eine Weile an meinem roten Sommertuch, dann an meinem zweiten Kapitel. Gönne mir die letzten 3 Blätterkrokaneier von Lindt, die Mechthild in Deutschland aufgetrieben hat (gibt es in der Schweiz nicht, ts).
Göttlich. Dazu Wish You Were Here von Pink Floyd auf Endlosschleife in iTunes.
Göttlich auch meine Geschenke. Warum kann nicht jeder Tag Muttertag sein?!



Von Josefine, sie musste es mir am Freitag schon zeigen, aber ich darf es offenbar dieses Jahr behalten. Den Rahmen hat sie selbst beklebt.



Von Charlotte, ein geflochtenes Herz ("es gab auch welche mit rosa Punkten, aber ich weiss ja, due magst lieber dunkel"), ein Bild von mir (5 Finger an jeder Hand und wie immer in schwarz...) UND ein Gedicht, dass das Schweizer Frauen- repektive Mutterbild in aller Drastik zeigt (für die, die Berndeutsch können).



Von Lukas, ein roter Seidenschal (sommerrot!), aus der verrückten Drogerie in Dahlem Dorf, die es noch immer gibt (mann, habe ich manchmal Heimweh...)



Noch mehr Heimweh, auch nach der Vergangenheit: Catherine hat Lukas diese chinesische Tasse mitgegeben, die früher Ellys Gregor gehört hat. Wie überrascht sind meine Lippen, dieses hauchdünne Porzellan nach Jahren wieder zu berühren...

Saturday, May 13, 2006

Multikultureller Vormittag



Zum Frühstück indischen Tee, ein paar Corn Flakes (Hallo USA) auf die Hand. Training: Chi Ball, selbst eine Mischung aus Yoga, Tai Chi und anderem (ein paar meiner Lieblingsyogaübungen sind dabei, die Heldenstellung mit heroischem Blick über die ausgestreckte Hand). Und dann Latino, schweisstreibend, hüftkreisend. Auch was für den Kopf (von dem immer alle sagen, man solle ihn beim Tanzen abschalten), die Bewegungen werden immer neu zusammengesetzt und die Schrittfolgen immer länger. Beim Heimkommen leckeres srilankisches Curry, das Isveri mitgebracht hat, die mit Rismitha zum Babysitten gekommen war. Jetzt lümmeln die Mädchen und ich hermund erholen uns. Später muss ich wohl noch aufräumen und putzen (Frau B. bekommt den Job nicht, weil sie schon beim ersten Mal nicht erschienen ist. Seufz.) Schliesslich ist morgen Muttertag!

Thursday, May 11, 2006

Good morning sunshine



Die Farbe ist da, in allen Gärten geht der Flieder auf, es riecht nach Erde und Rinde, wenn ich die Kinder morgens bringe. Überhaupt riecht die Schweiz gut. Oder ist es der Süden? Egal, es ist schön, hier zu leben.

Habe in dieser Woche mit Sport begonnen, morgens Kurse, nachmittags Mädchen, Schreiben abends. Kontaktlinsen besorgt, ordentliche Schuhe. Die Fitnessinstrumente haben mich zuerst abgestossen, dann zum Lachen gereizt, im Nachhinein bin ich beeindruckt von ihrer Effizienz. Tanzen bei Helen: eine schwarze Afrikanerin aus Neuengland, sie tanzt, wie ein kleines Mädchen Seil springt: selbstvergessen, mit fliegenden Zöpfen (sie ist schon 50).

Haare geschnitten, vorne selbst, hinten haben die Mädchen mir geholfen; Josefine hat ein Loch geschnitten und Charlotte hat es wieder gerade hinbekommen. Jedenfalls hatten wir eine Menge Spass.



Sunday, May 07, 2006

sic transeat



Da liegt er nun auf der Kehrrichtschaufel, der duftende Glanz unserer Balkonwelt.

Textiler Sonntagnachmittag



Im Oberland, von der Picknickbank aus.

Die Mädchen haben Spass an Textilem (mich eingeschlossen, stricke an einem Sommerviereck), runder Webrahmen und Strickpilz. Zeit also, endlich die Abbegg-Stiftung in Riggiswil aufzusuchen.

Rockfragmente so alt wie unsere Zeitrechnung, allerhand Feines und Bischosfsgewänder mit Gold gewirkt, so dass Josefine nicht davon abzubringen ist, dass sie für eine Prinzessin gemacht sind.
Das Ganze auf das Edelste präsentiert, herrliche Böden, gutes Licht und schöne Proportionen.

Und dann:
http://www.abegg-stiftung.ch/d/museum/villa.html

Wo die Stifter lebten. Die Stifterin, eine Amerikanerin, bis vor 5 Jahren noch. Ein kleines Metropolitan Museum: ein Raum Venedig, einer Renaissance, im Oktogon ein fettes Hollywood Sofa, alles gebaut in den 60ern wohlgemerkt unseres Jahrhunderts.

Die Brunnen vor den Gebäuden sind exquisit (auch wenn die Goldfische fehlen), die Damen in Stiftungsuniform nett. Sie bewundern die Geduld unserer Mädchen, wir sind uns darin einig, dass man Kinder nicht unterschätzen sollte (das Durchschnittsalter des Publikums sank bei unserem Erscheinen um etwa 10 Jahre). Für den mitgebrachten Kaffee steht eine schöne Bank unter Bäumen, hinter Wolken, nicht allzufern, stehen Berge.

Als Adam grub und Eva spann

Das singende klingende Bäumchen, DDR 50er
Trotzige Prinzessin lernt zu lieben, als sie erst einmal etwas Sinnvolles zu tun bekommt. Der böse Zwerg, selbst die Negation der gesellschaftlich-verblendeten Schönheitsvorstellungen, macht den Prinzen zu einem Bären und nimmt der Prinzessin ihre Schönheitsattribute. In der Not, auf die eigene Handarbeit angewiesen, erwerben die beiden zurück, was sie zuvor hatten. Die Macht, die stets verneint, wird vom singenden klingenden Bäumchen überwunden. Die Liebe, aber auch der Sieg des guten Proletariats. Vgl. Manfred Krug als König Drosselbart.

Thursday, May 04, 2006

Impressionen eines sonnigen Abends



Nudeln.



Melancholie.



I am out of here.

Bern leuchtet

Im Moment können wir den Knospen beim Aufgehen zuschauen. Die ersten Menschen beklagen die grosse Hitze. Die Mädchen fahren draussen Fahrrad und tragen Sommerkleider.
Nach einigen Monaten Selberputzen gebe ich den Widerstand gegen Hilfe auf und fühle mich bereits beim Gedanken an Frau Beer besser, die nächsten Donnerstag um 1 herkommt. Hatte genug Gelegenheit, die Wohnung und ihre schmutzigen Winkel kennenzulernen und konzentriere mich lieber auf meinen Schreibtisch.

Wednesday, May 03, 2006

Schade, dass man Duft nicht sehen kann





Hyazinthen, Mohn und Mandarinen.

On Top of Things

Was ich vom Balkon aus sehe:

Apfelblüten, fast verblüht
Magnolien, fast heraus
Flieder, bald aufgeblüht



Tuesday, May 02, 2006

Ach, Sprache

Stürze morgens mit Charlotte aus dem Haus, um sie in den Kindergarten zu bringen. Aus dem Haus gegenüber stürzt Andi mit Nadia und bietet netterweise an, Charlotte mitzunehmen. Ich sage ja zu ihm und zu Charlotte Bis später. Andi antwortet: Ja, wir sind auch bissi spät.

Höhen

Wuthering Heights: Zu viel Handlung. Ellen Dean ist eine komische Fgur: Sie ist die eigentliche Heldin. Wie eine Jongleurin wirbelt sie die hysterischen Charaktere durch die Hochlandluft des nordenglischen Raums. Und wie sich die Autorin verbiegt, um plausibel zu machen, wie Nelly es schafft, bei allen wichtigen Begegnungen Augen- oder Ohrenzeugin zu sein.

Aussichtsturm auf dem Gurten: Hoch ist es einfach, du schaust hinab auf die fliegenden Vögel, alles scheint einfach und leicht, wenn du da oben stehst und alles im Überblick hast. Aber wehe, wenn es dann hinunter geht: du siehst bis ganz auf den Erdboden, denn die Stufen sind aus Metallgitter.

Weiter hinten auf dem Gurten gibt es einen Friedwald, so nennen sie einen Hain, an dessen Baeume die Asche Verstorbener begraben wird. Grade davor ist ein Spielplatz.