Tuesday, February 28, 2006

The da Vinci Code zum zweiten

Nun hat es mich noch mal erwischt: nach anderthalb Jahren habe ich das Buch noch einmal verschlungen. Auch dieses Mal fand ich im zweiten Teil unglaubwuerdig, dass niemand auf Newton und den Apfel kommt, sehe aber ein, dass es dramaturgisch sehr lohnend ist, diese Art von suspense aufzubauen und ein Fruehlingslueftchen mit Apfelbluetenduft die Erfahrbarkeit des Grals ermoeglicht.
Einige Parallelen zum Namen der Rose draengen sich auf:
-Rosensymbolik
-Katholische Kirche als Verbergungszusammenhang: Lachen bzw. sacred feminine
-Kriminalroman vor Bedeutungsherarchikulisse
Brown: am Ende war es ein exzentrischer Historikerr
Eco: am Ende war es des Bibliothekar

Sunday, February 26, 2006

Lob auf das schlechte Wetter





Bei schlechtem Wetter faellt der Druck weg, vor die Tuer zu gehen. Ich kann mich dann ganz auf die inneren Pflichten konzentrieren: aufraeumen, nachdenken, wegwerfen, fernsehen, schreiben, aus dem Fenstern schauen, putzen, kochen, Kindersachen durchschauen. Gut, auf Josefines hohes Fieber, das mich 3 Naechte hintereinander wachhielt, haette ich verzichten koennen, habe mir grosse Sorgen und Josefine das erste Mal Wadenwickel gemacht. Und Charlotte passte es gar nicht, dass Josefine, die grade erst Geburtstag hatte, nun schon wieder eine Sonderbehandlung erfaehrt, weil sie krank ist. Spielmoeglichkeiten in der Wohnung: Lego, Knete, Kullerbahn, Barbies, Basteln, Lesen, Maerchen gucken. Am besten alles auf einmal, denn Mama ist ja da und raeumt auf.

Monday, February 20, 2006

Zeichnerisches Highlight



Kennt jemand Bibi Blocksbergs Weihnachtsgeschichte? Die mit den Treppenbaeumen? Das ist Josefines Version davon: Bibi auf Kartoffelbrei, rechts die Schneemaschine und ueberall das Schneeeis mit Himbeer- und Erdbeergeschmack. Einfach mal so hingeworfen zur Abholzeit in der Kita Mattenhof. Der 4. Geburtstag scheint so eine Grenze gewesen zu sein, jetzt, da sie ueberschritten ist, kann Josefine einfach alles. Sie isst mit Messer und Gabel, deckt den Tisch (wenn ich die 4 schweren Teller trage, nimmt sie sie, bringt sie zurueck in die Kueche und holt sie selbst wieder herbei). Bloss entscheiden, was sie Motag morgen anziehen soll, kann sie immer noch n

Noten in Nacht, Regen und Wind

Die Berner Innenstadt hat etwas Archaisches. Wild laufende Menschen, Schutz suchend in den Arkaden, der Geruch von gebratenem Fleisch. Die hoehlenartigen, unterirdischen Lokale, wo wir zusammenruecken und trinken.

Letzte Woche, Rueckblick

Eine ereignisarme und tatenlose Woche liegt hinter mir.

Bryson ausgelesen: ging auf einmal sehr schnell, der Rest waren noch Fussnoten
Olympia geschaut: die Konzentration und Anspannung der Kuer
Entschluss gefasst, eine Auffuehrung von Haydn und Mozart mitzusingen, Aufnahmen und Noten besorgt
Mittwochnicht im Buero gewesen
Gespraech mit Charlottes Lehrerin
Valentislunch mit Lukas und Charlotte bei Vatter
Elfenfluegel fuer die Maedchen gekauft (H und M, 2 mal 7.90, die sich gelohnt haben)
Entschieden, im April in Bremen nicht zu uebernachten
Links in blogs setzen gelernt

Je mehr ich notiere, desto mehr frage ich mich WIE ereignisarm die Woche wirklich war.

Kamera bestellt
Mozarts Gesamtwerk bestellt
Duplokisten aus dem Keller geholt (3 Stueck, inclusive Zoo und Eisenbahn)
Und natuerlich aufgeraeumt, insbesondere habe ich gelernt, um eine ausgedehnte Lego-Eisenbahn herum staubzusaugen
Die letzte Weihnachtsschokolade weggeworfen
Christian Gailly, KV 622 gelesen: typischer Berlin Verlag Autor, haesslicher alter Mann mit Potenzproblemen, schoen aber die Mozartinterpretation: das Sterben, die Schoenheit, die Machtlosigkeit und der Gewinn

Mittagspause

Frederick ist da!

Josefine wird 4








Blick vom Schreibtisch



Durch die Blende sehe ich den alten grauen Putz des Gemeindegebaeudes der Friedenskirche. Es ist immer was los, neulich wurde der neue Fluegel ueber die Aussentreppe geliefert, ich war so gebannt ob dieses Balanceakts: zwei junge Maenner mit rafiniertem Geraet und einem sehr grossen, sehr schweren, sehr empfindlichen Ungetuem, das sie beim Wenden wiegen mussten wie eine Tangotaenzerin, so gebannt, dass ich vergass, eine Aufnahme zu machen.

Der Sigrist ist aeusserst gewissenhaft und gibt dem Gaertner, der turnusmaessig immer freitags an dieser Stelle auftaucht, ausreichend zu tun.

Der Singkreis probt hinter den Fenstern auf Sichthoehe, so arbeite ich Aug in Aug mit der Musik.

Thursday, February 09, 2006

Noch eine Sprachgeschichte

Die Maedchen gehen mit Lukas zum Migros und essen dort zu Mittag. In der Spielecke sind auch 2 Schweizer Kinder und charlotte und Josefine fangen an, nur noch Englisch miteinander zu sprechen und finden das unglaublich komisch, Schaaalet und Dschousefin, hihihihihihih.

Wednesday, February 08, 2006

Kurzer, authentischer Berndeutsch-Dialog

Charlotte schlaegt Rad auf dem grossen Bett, faellt fast runter.
Ich: Machsch nuemm.
Sie: Neij.
Ist uns so rausgerutscht, ohne dass es weiter auffiel. Das Berndeutsche ist so ausdruecklich. Nuemm, mit diesem ultimativen Doppel-M - was kannst Du da tun ausser aufhoeren?

Monday, February 06, 2006

Narnia ist sanfter als Mittelerde

Wir haben den 5ten Band angfangen, Zeit, ein paar Eindruecke festzuhalten. Wie bei Tolkien sind es die Kleinen, Jungen, Unverdorbenen, die die Welt retten muessen. Auch hier die Kritik an der technischen Ausbeutung, Beherrschung von Natur und Tier, das Lebenlassen der Entitaeten der alten, pandaemonischen Weltsicht: sprechende Tiere, handelnde Baeume. Narnia ist viel sanfter als Tolkiens Welt, die Kinder gehen ein und aus durch magische Tueren, der Loewe ist Freund. Die Zugaenglichkeit der Parallelwelt. Durchgaengigkeit der Gesetze von Fairness, Gastfreundschaft und Appetitgewohnheiten. Das Alter der Welt. Der Gesang, der sie ins Leben ruft. Die Machtgier ist nicht so stark, das freundliche Prinzip ist positiv verkoerpert (Liebe des Lowewn), bei Tolkien wird es negativ bestimmt: durch Verzicht auf die Macht (Aragorn als Waldlaeufer). C.S. Lewis Humor ist freundlicher, heller.

Sunday, February 05, 2006

Aufstieg ins Licht...

...und zurueck an den See. Gestern war es uns dann doch zu viel mit dem ewigen tristen Nebel. Wir setzten uns ins Auto, fuhren bis Thun und dann immer huebsch nach oben. Zwischen Heiligenschwendi und Sigriswil dann zu Fuss und Schlitten weiter, eine gute Stunde spaeter, nach Anstieg zum Teil auf allen Vieren durch den Wald sehen wir die Sonne, strahlend blauen Himmel und Berggipfel. Es ist so warm, dass wir die Muetzen abnehmen. Dort oben hat sich ein Grueppchen Menschen versammelt, Alte, Junge, ganz Kleine und Grosse, die alle besonnen vor sich hinlaecheln. Dicht unter uns fangen schon wieder die Wolken an.

Aber es gibt ihn noch, den blauen Himmel, und so steigen wir vergnuegt wieder bergab (die Sonne hat sogar den Kuhdung vom vergangenen Herbst aufgetaut, die Schneeanzuege muessen nun wirklich gewaschen werden), begeben uns mit dem Auto haarnadelkurvend nach unten an unseren Lieblingsplatz am See in Gunten, zwischen Hirschen und Parkhotel, holen uns nasse Fuesse, trinken heissen Tee und teilen altes Brot mit den Enten.

Heute geht in Bern endlich wieder die Bise, die Wolken verziehn sich und wir atmen auf, werfen wieder ein Holzscheit in den Kaminofen.

Friday, February 03, 2006

Puderzucker mit Feinstaub

Der Nebel friert an den Baeumen fest und die Luft ist feinstaubgeschwaengert. Die Inversionswetterlage macht es moeglich, sagen der Schweizer und die Schweizerin, und ziehen sich in hoehere Lagen zurueck. Unsereins bleibt am Boden, auf dem Spielplatz, wo die Maedchen seit einigen Nachmittagen Aeste und anderes fiktives Brennmaterial sammeln. Mit einer Inbrunst, die sie warmhaelt, nicht aber mich (ich trage auch keinen Schneeanzug). Der Kaffee aus der Baeckerei in Schaumstyroporbechern bekommt mir nur in Massen, ich spiele mit dem Gedanken, mir ein Springseil zu besorgen, um die Stunde an der frischen Luft zu nutzen, ohne anzufrieren.

Heute ist Freitag, das heisst, der Nachmittag der ausgedehnten Putzmeditation liegt vor mir. Seufz. Abends Futterlieferung von coop, Narnia 4. Band fuer die Maedchen und hoffentlich ein ruhiger Abend auf dem Sofa fuer mich.